mein Stammtisch-Interview | Diana Achtzig

Elmar F. Michalczyk, Chefredakteur Talk am Kamin by NetzStamm

Jahrgang '72, Studienbeginn 1993 mit Abschluß an der Berliner Hochschule der Künste (ab 2001 UdK), Diplom als Kostüm- und Bühnenbilderin, Dozentin, Fotografin, Vertreterin der "Berliner Liste" auf internationalen Sammlungen & Kunstmessen, Galeristin, Künstlerin & Gründerin vom Museum der Berliner Schule

Frau Diana Achtzig, jetzt einmal unter uns: Wie alt ist Ihr Chefsessel?
Mein jetziger ist noch gar nicht so alt. Aber mein erster Chefsessel war aus Amsterdam und von 1990, den gibt es leider nicht mehr.

Was sollte man über Ihre Familie wissen?
Meine Eltern haben viele alte Möbel und einige Autos in der DDR-Zeit restauriert. Sie haben aus alten Metallteilen Hochglanzstücke gefertigt und dann gut verkauft. Da war ich als Kind stolz drauf. Das hat mich geprägt.

Wie viele Geburtstagstorten haben Sie geschenkt bekommen?
Bei uns im Osten gab es in meiner Kindheit jedes Jahr selbstgemachte Erdbeertorten, leider ohne Kerzen drauf. Für uns Kinder haben meine Eltern immer versucht, alles möglich zu machen.

Warum sollte Ihr Unternehmen Sie einstellen?
Ich liebe das Kunstmarketing, es ist fast schon mein Hobby geworden. Genauso wie die Präsentation von Kunstwerken in meiner Kunstgalerie. Wenn die Sammler mit glänzenden Augen die Galerie verlassen ist das ein echtes Fest für mich. Der Kontakt zu Menschen begeistert mich sehr.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit dem Verkauf von selbstgemalten Bildern für das Kinderzimmer. Später kamen dann Tierbilder und Porträts hinzu, Auftragsarbeiten für die Wohn- und Arbeitszimmer der Käufer. Es ging immer um die wohnliche Gestaltung mit den richtigen Farben und Motiven.

Welchen Beruf wollten Ihre Eltern?
Für mich? Ganz klassisch. Irgendwas in Richtung Steuerberatung oder Beamtin. Damit konnte ich natürlich gar nichts anfangen. Ich wollte meine Kreativität ausleben. Zum Glück haben sie mich dennoch diesbezüglich unterstützt, so dass ich ein Studium an der Universität der Künste in Berlin absolvieren konnte. Gepaart mit dem Studium der Betriebswirtschaft an der TU Berlin, die perfekten Voraussetzungen für meine Gründung der Achtzig Galerie (lacht).

Wer verdient Ihrer Meinung nach zu wenig?
Auf jeden Fall die Falschen. Es sind die Leute, auf die unsere Gesellschaft aufbaut: MitarbeiterInnen im Kranken- und Pflegedienst, ErzieherInnen in Kitas und Schulen, um nur einige zu nennen. An dieser Stelle sehe ich einen Veränderungsbedarf...

Welchen Wunsch möchten Sie sich noch erfüllen?
Sehr viele Kurzgeschichten, Theaterstücke und Romane zu schreiben. Mir ist es nun gelungen für meine erste druckfertige Kurzgeschichte das Cover und die Illustrationen fertig zu stellen. Das hat mir sehr viel Spass bereitet, so dass es mich in Zukunft sicher weiter in meiner Arbeit begleiten wird. Ein weiterer Wunsch von mir ist es, irgendwann mal auf der Bühne zu stehen und Comedy zu machen, weil das Lachen wichtiger ist als das Weinen.

Wie werden Sie geweckt bzw. was liegt neben Ihnen im Bett?
Ein ganz lauter Wecker und ein starker Kaffee zum Aufstehen.

Wie haben Sie sich letztens belohnt?
Gute Frage. Ich lebe eher minimalistisch. Ich kaufe mir eigentlich nur das, was ich wirklich brauche. Nichts großes also, war bestimmt ein Eis. Mein Galeriebetrieb erlaubt mir nur wenig Freizeit, so dass ich seit Jahren kein Urlaub gemacht habe. Das werde ich mir in diesem Jahr endlich mal wieder gönnen.

Was ist für Sie typisch Berlin bzw. Ihr Bezirk?
Die kulturelle Vielfalt und das pulsierende Leben. Die Offenheit und das aufgeschlossene Zusammenleben von Menschen aus verschiedensten Herkunftsländern im gemeinsamen Lebensraum. Das ist das, was mir an Berlin schon immer gefallen hat.

Wie viele Musikinstrumente spielen in Ihrem Unternehmen?
Ich habe 5 freie Mitarbeiter, welche mich unterstützen müssen, da der Galeriebetrieb seit 1990 doch etwas größer und umfangreicher geworden ist. Webpräsenz, Filme, Fotos und Marketing - um nur einiges zu nennen.

Besitzt Ihr Haustier Humor?
Wir hatten früher eine graue Perserkatze, die mir immer den Käse mit der Kralle vom Brot gefischt hat. Sie hat sich auch auf die schleifenden Hosenträger von unserem Pflegekind gelegt und hat es am Träger fest gehalten, damit es nicht auf die gefährliche Treppe klettern konnte. Ja, es war schon lustig mit ihr.

Welcher Gegenstand würde Ihnen sofort an Ihrem Schreibtisch auffallen, wenn dieser fehlen würde?
Mein Laptop, ganz klar – für mich das Tor zur Welt. Wir Menschen sind soziale Wesen und das Internet ist ein super Kommunikationsmittel, dass uns diesbezüglich zur Verfügung steht, um uns weltweit zu vernetzen.

Was war das wirklich Allerletzte, was Sie geschenkt bekommen haben?
Ein Buch über alternde Frauen! Keine Ahnung, was Derjenige mir damit sagen wollte. Für mich spielt Alter nun wirklich keine Rolle. Ich weiß "Kalenderweisheit", aber man ist so alt, wie man sich fühlt. Gemeinsam lachen, ab und zu mal ‘n Witz machen und das Leben ist schön.

Welche Fische würden Sie auf die Arche mitnehmen?
Und der Haifisch, der hat Zähne. Ich liebe die Theaterstücke von Bertolt Brecht. Also immer den Haifisch und noch ‘n Leuchtfisch und natürlich den Aal für schlechte Zeiten.

Was gibt es Neues bzw. aktuell?
Es wird am Freitag, den 20. Juli um 19 Uhr eine schöne Vernissage in meiner Galerie im Prenzlauer Berg in der Hagenauer Str. 7 geben. Der Eintritt und die Bewirtung sind natürlich auch für die Leser der "Berliner Woche" frei. Die Ausstellung trägt den Titel: "Moderne Malerei und Kunstepochen".

Ein neues Buch ist bei Amazon über meine Kunstwerke erschienen und ach ja, meine erste Kurzgeschichte werde ich in Kürze veröffentlichen.

https://www.berliner-woche.de/a/draft/171386

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