Heike Huismann

Geschwister
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WERKGEDANKE HEIKE HUISMANN Hochschule der Künste Berlin HDK

Nicht dem Augenschein, sondern dem Wesen der Menschen folgen! Das künstlerische Konzept der Malerei Heike Huismanns geht in der Grundidee von einer metaphysischen Sicht der Dinge aus. „Gerade Menschen haben ein eigenes, oftmals verborgenes Innenleben, das man nicht unmittelbar erkennt“, sagt die Künstlerin. „Wie oft sieht man Leute lachen“, schildert sie, „weiß aber, dass ihr Inneres, bewusst oder unbewusst, von ganz anderen Gefühlen bestimmt ist.“

Ein Aspekt der Werkreihe „Köpfe“ ist die Vielschichtigkeit der menschlichen Psyche. Diese Gemälde zeigen Menschen – ihre Köpfe, ihre Gesichter. „Vieles im Ausdruck der Köpfe soll ganz bewusst offen bleiben“, sagt Heike Huismann. „Dann hat der Betrachter auch die Chance, das Nicht-Augenscheinliche zu sehen.“ Ein eindeutiges und entschlossenes Lachen oder Weinen würde Heike Huismann deshalb wohl nie auf die Leinwand bringen. „Meine Bilder sollen auch die Widersprüchlichkeit zeigen, die im Menschen und seiner seelischen Befindlichkeit stecken.“

Die Widersprüchlichkeit nicht auszuklammern und zu verdrängen, sondern sie auch mit dazustellen, gehört für Heike Huismann unbedingt zum Begriff von Schönheit dazu. „Hochglanzfotos in Zeitschriften sind zum Beispiel oft so glatt und clean, dass ich sie als unschön und tot empfinde.“ Ihre Malerei hingegen ist einem versöhnlicheren, größeren und umfassenderen Schönheitsbegriff verpflichtet, der von heiter bis düster alles zulässt – auch emotionale Abgründe. Wegen des weit gespannten Bogens vergibt Heike Huismann ihren „Köpfen“ auch nur ungern Titel. „Ich möchte die Bildbedeutung nicht eingrenzen, sondern lieber so ausgedehnt wie möglich halten.“

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